Karnismus bedeutet einfach gesagt: Die einen streicheln und kuscheln wir, die anderen töten und essen wir. Warum das so ist und wie ich das Ganze sehe, erfahrst Du in diesem Blogbeitrag.

Katzen sind süß und putzig. Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Hierzulande würde wohl keiner auf die Idee kommen einer Katze oder einem Hund die Kehle durchzuschneiden. Niemand würde ihnen einen Todesbolzen zwischen die Augen jagen. Keiner würde auf die Idee kommen die Leichenteile zu würzen, zu braten und genussvoll zu essen. Den Meisten dürfte bereits die Überlegung Übelkeit bereiten. Ihnen schießen Tränen in die Augen in Gedanken an das eigene Haustier. Auf der anderen Seite geht der Großteil unserer Gesellschaft ganz selbstverständlich tagtäglich in den Supermarkt und legt ein Rindersteak, ein Hähnchenbrustfilet oder den Schweinebraten auf das Kassenband. Doch was unterscheidet die Kuh, das Schwein, das Huhn oder eines der anderen Tiere, die hierzulande auf den Tellern landen von der Katze oder dem Hund, die uns nach Feierabend zuhause bereits freudig mit treuem Blick erwarten? Unterscheiden sich diese Lebewesen in ihrer Intelligenz, ihrem Charakter, dem Sozialverhalten oder ihrem Schmerzempfinden?

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Die einfache Antwort lautet: Nein. Beispielsweise Schweine sind hochintelligente Wesen und weisen ein außerordentliches Sozialverhalten auf. Wer sich mit Tieren egal welcher Spezies anfreundet, wird das bestätigen und weiß außerdem, dass jedes Lebewesen für sich ein Individuum mit eigenem Charakter ist. Der einzige Unterschied zwischen den Tieren, die wir essen und unseren Haustieren, liegt in unserer Wahrnehmung. Für dieses Phänomen gibt es sogar einen Begriff: “Karnismus”. In unterschiedlichen Gesellschaften etablieren sich unterschiedliche Auffassungen davon, welche Tiere Essen sind und welche wir als unsere Freunde und Familienmitglieder betrachten. Während wir im Westen angewidert nach Asien blicken und vorwurfsvoll den Kopf schütteln, weil dort Hunde und Katzen auf dem Speiseplan stehen, kann man in Indien nicht im geringsten verstehen wie wir die dort als heilig geltenden Kühe verspeisen können.

Doch wie kommt es zu dieser unterschiedlichen Wahrnehmung? Als Mitglied einer Gesellschaft orientieren wir uns an dieser und übernehmen das vorherrschende Meinungsbild. Auch unser enges Umfeld nimmt dieses Meinungsbild entsprechend an und prägt uns in besonderer Weise. Unsere Medien sind in unserer Gesellschaft implementiert und greifen die dort relevanten Themen auf. In Filmen sind Hunde entsprechend unsere besten Freunde und dicke Kater lieben ganz vermenschlicht leckere Lasagne. Bei den “anderen Tiere” geht es schon bei der Bezeichnung los. Statt “Haustiere” werden sie distanziert “Nutztiere” genannt. Das setzt sie mit Objekten gleich, die nur geboren wurden, um uns Menschen einen Mehrwert zu liefern. Während wir unsere Haustiere kuscheln, ihnen Namen geben, ihre Gesichter auf sozialen Medien teilen oder ihnen sogar eigene Profile erstellen, ist im Supermarkt von den Gesichtern der “Nutztiere” nichts zu erkennen. Keine Namen, nur ein Preisschild. Der Zufall meinte es nicht gut mit ihnen und sendete sie an einen Ort, in denen ihre Existenz nicht mehr als einige wenige Euros an der Fleischertheke wert ist.

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Es liegt an dir diese verschobene Wahrnehmung in deinem Leben zu ändern. Das Tier auf deinem Teller ist ein Lebewesen mit Herz und Seele, mit Schmerzempfinden und sozialer Ader, mit Charakter und liebevollem Herz. Es ist ein Tier wie der Nachbarshund oder der kuschelige Kater. Ich habe dem Karnismus abgeschworen. Alle Tiere sind meine Freunde.