Die Erkenntnisse der Medizin entwickeln sich laufend fort. Doch auch in der Pharmaindustrie, wo das Wohl des Menschen im Vordergrund stehen sollte, greifen die Mechanismen der Marktwirtschaft.

Tabletten, Kapseln, Spritzen und Salben. Auf alle gesundheitlichen Fragestellung erhälst Du beim Arzt Deines Vertrauens per Rezeptschein eine Antwort. So viele Leben die moderne Medizin auch retten mag. Auch für die Pharmaindustrie greift der Mechanismus von Angebot und Nachfrage. Ich halte es also für legitim das gesamte Konstrukt kritisch zu betrachten.

Bis zu meiner Jugend habe ich den Ratschlag meines Hausarztes nie tiefer hinterfragt. Ich kenne ihn seit meiner Kindheit, er duzt mich und stand mir in meinen ersten Lebensjahren auch mit Hausbesuchen zur Seite. Wenn ich an ihn denke empfinde ich ein warmes Gefühl von Geborgenheit. Zwar ist er kein Arzt, der sofort Antibiotika verschreibt, doch ein passendes Medikament kannte er auch schon für kleinere Wehwehchen. Im Laufe meines Lebens begann ich mich tiefer mit meinem Körper und meiner Gesundheit auseinanderzusetzen. Allein durch meine vegane Lebensweise war und bin ich gezwungen die Inhaltsangaben meiner Lebensmittel genau zu studieren. Generell hinterfragte ich also stärker, was ich zu mir nehme. Durch diverse Umzüge kam ich in Kontakt mit vielen unterschiedlichen Ärzten. Es verfestigte sich der Eindruck, dass für den Großteil unter ihnen Medikamente zu jeglicher Behandlung einfach dazugehören. Beim durchforsten der Inhaltsstoffe und Nebenwirkungen war für mich die Entscheidung meistens klar: das möchte ich meinem Körper nicht antun.

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Auch wenn ich ohnehin nur selten Ärzte aufsuchte, reduzierten sich die Besuche immer weiter. Stattdessen recherchierte ich selbst, was der Ursprung meiner Beschwerden ist. Ich wollte herausfinden, wie ich dagegen durch eine Veränderung meiner Lebensweise oder durch natürliche, oftmals sehr einfache Hausmittel vorgehen kann. Dabei wurde mir immer bewusster, dass kaum ein Arzt in der Vergangenheit versuchte, wirklich die Ursachen für gesundheitliche Probleme zu erkennen und die Wurzel meiner Beschwerden zu beseitigen. Bei der Recherche alternativer Medizin-Strömungen stieß ich des Öfteren auf verschiedene Anschauungen aus dem asiatischen Raum. Dabei wurde mir klar, dass die Schulmedizin in unseren Kulturkreisen offenbar gar nicht das Ziel verfolgt, gegen Ursachen vorzugehen. Nur ein Beispiel: während Parasiten im Körper inzwischen vielerorts hinreichend bekannt und als Ursache für unzählige Krankheiten anerkannt sind, stuft sie unsere Schulmedizin größtenteils als irrelevant ein.

Bedenken wir, dass unser Gesundheitssystem eng mit der Pharmaindustrie verknüpft ist, überrascht das wenig. Allein der Begriff PharmaINDUSTRIE macht deutlich, dass es sich um keine wohltätige Organisation, sondern um viele Unternehmen mit Gewinnabsichten handelt. Auch hier gilt also das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Kann eine Industrie, dessen Nachfrage sich nach den Krankheiten der Menschen richtet, überhaupt wollen, dass jeder gesund ist? Ich sehe das sehr kritisch. Anstatt also bewusst die Ursachen von Krankheiten zu bekämpfen und den Menschen wirklich nachhaltig zu helfen, geht es meiner Meinung nach vorrangig, um eine Beseitigung der Symptome. Befasse ich mich nicht tiefer mit meiner Gesundheit, ist es nur logisch, dass ich mir immer wieder das Medikament kaufe, das beispielsweise meine Schmerzen lindert. Dass mir aber nicht wirklich geholfen wird und die Ursache unbehandelt bleibt, hinterfragen die Wenigsten.

Pharmaindustrie Beitragsbild

Dass Pharmafirmen in der Regel genau auf diese Weise ticken, zeigt sich auch in ihren Marketingstrategien, die sich von denen herkömmlicher Wirtschaftsunternehmen in keinster Weise unterscheiden. Über Fernseh- oder Online-Werbung preisen sie Dir die Lösung für deine Probleme an. Influencer-Marketing haben sie in abgewandelter Form bereits lange vor Instagram und Youtube betrieben. Die wertvollsten Influencer im Gesundheitsbereich sind Ärzte selbst. Aus Gesprächen mit Ärzten und Gesundheitsberaterinnen weiß ich, wie häufig Pharmavertreter an der Tür klopfen, um das eigene Produktportfolio anzupreisen. So wie heute Influencer also beispielsweise das T-Shirt einer speziellen Marke auf Instagram gegen Bezahlung bewerben, gehen auch Ärzte Kooperationen mit Pharmafirmen ein. Als Gegenleistung werden ihnen unter anderem Geldzahlungen oder gesponserte Fortbildungen angeboten. Allein 2015 flossen in Deutschland 575 Millionen Euro an über 71.000 Ärzte, Fachkreisangehörige und Apotheker sowie 6.200 medizinische Einrichtungen (Quelle).

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Ich möchte betonen, dass es natürlich auch ehrliche Ärzte gibt, die derartige Kooperationen ablehnen und die entgegen meiner Darstellung sehr wohl die Ursachen bekämpfen möchten. Dennoch: Das System, das unser Gesundheitswesen umgibt, ist meiner Meinung nach nicht auf das Wohl der Patienten ausgelegt. Ich möchte nicht die Medizin verteufeln, aber halte es für sehr problematisch, wenn die Gesundheitsbranche, die in erster Linie für den Erhalt der Gesundheit aller Menschen sorgen sollte von wirtschaftlichen Zielsetzungen getrieben wird. Ich für meinen Teil versuche also auf Pharmazeutika zu verzichten, soweit es geht. Ich bevorzuge natürliche Hausmittel und möchte präventiv gesund leben.